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Virtual Exhibitions” are a collection of virtual gallery spaces. In each space, every visitor can drag and drop an image into the browser, which will be uploaded and instantly exhibited on the online gallery. The project of japanese artist Naoto Hiéda questions the classical role of authors, curators and visitors in an exhibition space. 

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  • Da ich hobbymäßig male und immer wieder auch Bilder auf instagram teile, habe mich relativ früh zwei Fragen beschäftigt, die meiner Meinung nach auch für die Experimente „virtuelle Ausstellungsräume“ und „Kuratieren in Echtzeit“ von Bedeutung sind. Nämlich 1) wie verändert sich ein Kunstwerk über die Art und Weise, wie ich es präsentiere, und 2) welche Rückwirkungen hat das auf die Arbeit eines Künstlers. Ich möchte das im Folgenden gerne etwas näher erklären:
    Zu Punkt 1) und den virtuellen Ausstellungsräumen: Wenn ich einen virtuellen Ausstellungsraum nutze, unterwerfe ich mich damit den Anforderungen dieses Raumes, z.B. Nutzung eines bestimmten Dateiformates, einer bestimmten Bildgröße oder Auflösung. Folge ist, dass ich –gerade bei klassischen Medien wie z.B. einer Bleistift-Zeichnung auf A3- das Originalbild digitalisieren muss, und es damit an die neue Umgebung anpasse. Das beginnt bei Fotoerstellung: Ich muss für entsprechende Ausleuchtung sorgen, bearbeite das Bild nach, indem ich es Zuschneide, entzerre, ggf. auch Filter einsetze, etc. Logischerweise verändert sich das Bild dadurch. Noch einen Schritt weiter gehe ich in virtuellen Ausstellungsräumen. hier kann ich das Bild theoretisch in jede beliebige Umgebung einfügen, und damit unterschiedliche Wirkungen erzeugen. Oder dafür sorgen, dass aus der Zeichnung auf A3 ein raumfüllendes, großformatiges Gemälde wird. Wer einen Eindruck davon bekommen möchte, braucht sich nur auf instagram Bilder anzuschauen, die mit Tools wie InsituArtRoom in virtuelle Umgebungen gebracht wurden.
    Daraus ergeben sich interessante Fragen, wie z.B. in wieweit das im virtual artroom gezeigte Bild noch etwas mit dem Original zu tun hat, also noch authentisch ist, oder ob diese ganze Nachbearbeitung nicht schon wieder ein eigener kreativer, künstlerischer Gestaltungsprozess ist. Interessant wäre, was bei einer systematischen Untersuchung herauskäme, z.B. ob ehr weniger oder ehr stark nachbearbeitete Bilder besser ankommen, ob eine bestimmte Umgebung bei allen oder nur bei bestimmten Bildern bevorzugt wird, oder ob die Teilnehmer dieselbe Ausstellungsform bevorzugen, wie die Besucher.
    Zu Punkt 2 und dem Kuratieren ich Echtzeit: Die einfachste Variante, Bilder zu zeigen und eine Interaktion zu erreichen, finde ich z.B. auf Plattformen wie instagram oder Pinterest, wo ich Beiträge liken oder kommentieren kann, oder über Hashtags in einen Zusammenhang stellen. Ein bekanntes Phänomen, das dabei auftritt, ist, dass einmal erfolgreiche Beiträge oft kopiert bzw. vom Ersteller in ähnlicher Form wiederholt werden. Ganz einfach weil auf diese Weise der Erfolg, den ein Beitrag hatte, wiederholt bzw. kopiert werden kann. Will heißen da ist eine Rückwirkung da, es entsteht eine Motivation, in diese Richtung weiter zu gehen und mehr Beiträge eines bestimmten Typs zu erstellen.
    Interessante Frage wäre, ob so etwas auch bei Interaktionsmöglichkeiten wie dem Kuratieren in Echtzeit ein möglicher Effekt, und wenn ja, in wieweit.

    Hermann Haverkamp

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