Brunnen im Renaissancehof des Museums Ulm, Foto: Judith Bahr/Museum Ulm
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Kunstreich­gewächse – Bitte gießen!

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Bild: Brunnen im Renaissancehof des Museums Ulm, Foto: Judith Bahr/Museum Ulm

Mit zunehmender Geschwindigkeit durchdringen sich reale und virtuelle Räume. Die Topographie natürlicher Lebensräume ist uns vielfach fremd geworden. Die Wirklichkeit als Erlebnis verschwindet. Und mit ihrem Verlust wächst die Sehnsucht nach ihrer Wiederentdeckung.

In einer Zeit der Dystopien, in der multiple Krisen unsere Welt aus den Angeln heben und die Zukunft grau erscheint, möchten wir uns mit diesem Open Call auf die Suche nach dem paradiesischen Garten Eden machen. Der verwunschene Garten war, ist und bleibt als Ort des Rückzugs und der Idylle ein Sehnsuchtsmotiv. Nach den repräsentativen Parkanlagen in Renaissance und Barock entstanden im bürgerlichen Zeitalter des 19. Jahrhunderts erste Privatgärten. Sie hatten einen ganz persönlichen Charme, waren intim und huldigten der Besinnlichkeit. Rasch wurde der Garten zum künstlerischen Lieblingsmotiv. Und eine neue Blütezeit der Naturdarstellung keimte auf. Als Ideal verklärt, steht der Garten heute mehr denn je für die verlorene Einheit von Mensch und Natur. Seine Schönheit vermittelt eine Idee des Überirdischen und der Herrlichkeit des Paradieses, nach dem sich die Menschen seit Jahrhunderten sehnen.

Einem botanischen Garten vergleichbar sammelt, pflegt und zeigt das Museum Ulm in seinem denkmalgeschützten Gebäudeensemble des 15.-20. Jahrhunderts Raritäten aus 40.000 Jahren Kunst- und Kulturgeschichte. Die gesuchten künstlerischen Positionen zum Thema Paradiesgarten sollen im Frühjahr 2021 in einem Ausstellungsprojekt zusammengeführt werden und das Museum in einen alternativen Ort des Staunens, Erlebens und Wiederentdeckens verwandeln.

Wir laden Künstler*innen, Kurator*innen und alle Interessierten ein, an der Ausstellung aktiv mitzuarbeiten, Kunstwerke unterschiedlichster Art und Medien für diese Ausstellung vorzuschlagen und einzureichen, Werke zu kommentieren und im Gruppenchat mit Kurator*in und Community zu diskutieren.

Sei dabei!

Kurator*in

Stefanie Dathe

Institution

Museum Ulm
Stefanie Dathe

Mit zunehmender Geschwindigkeit durchdringen sich reale und virtuelle Räume. Die Topographie natürlicher Lebensräume ist uns vielfach fremd geworden. Die Wirklichkeit als Erlebnis verschwindet. Und mit ihrem Verlust wächst die Sehnsucht nach ihrer Wiederentdeckung.

In einer Zeit der Dystopien, in der multiple Krisen unsere Welt aus den Angeln heben und die Zukunft grau erscheint, möchten wir uns mit diesem Open Call auf die Suche nach dem paradiesischen Garten Eden machen. Der verwunschene Garten war, ist und bleibt als Ort des Rückzugs und der Idylle ein Sehnsuchtsmotiv. Nach den repräsentativen Parkanlagen in Renaissance und Barock entstanden im bürgerlichen Zeitalter des 19. Jahrhunderts erste Privatgärten. Sie hatten einen ganz persönlichen Charme, waren intim und huldigten der Besinnlichkeit. Rasch wurde der Garten zum künstlerischen Lieblingsmotiv. Und eine neue Blütezeit der Naturdarstellung keimte auf. Als Ideal verklärt, steht der Garten heute mehr denn je für die verlorene Einheit von Mensch und Natur. Seine Schönheit vermittelt eine Idee des Überirdischen und der Herrlichkeit des Paradieses, nach dem sich die Menschen seit Jahrhunderten sehnen.

Einem botanischen Garten vergleichbar sammelt, pflegt und zeigt das Museum Ulm in seinem denkmalgeschützten Gebäudeensemble des 15.-20. Jahrhunderts Raritäten aus 40.000 Jahren Kunst- und Kulturgeschichte. Die gesuchten künstlerischen Positionen zum Thema Paradiesgarten sollen im Frühjahr 2021 in einem Ausstellungsprojekt zusammengeführt werden und das Museum in einen alternativen Ort des Staunens, Erlebens und Wiederentdeckens verwandeln.

Wir laden Künstler*innen, Kurator*innen und alle Interessierten ein, an der Ausstellung aktiv mitzuarbeiten, Kunstwerke unterschiedlichster Art und Medien für diese Ausstellung vorzuschlagen und einzureichen, Werke zu kommentieren und im Gruppenchat mit Kurator*in und Community zu diskutieren.

Statement Kurator*in

Der Open Call hat einen intensiven Diskurs zu den divergenten inhaltlichen Aspekten des Themas, sowohl innerhalb der Online-Community als auch im kuratorischen Team des Museum Ulm, ausgelöst.
Die, für die Ausstellung ausgewählten, künstlerischen Positionen werfen ein Schlaglicht auf diesen Diskurs und zeigen, dass sich mit dem Begriff des paradiesischen Garten Eden nicht nur ein idyllischer Sehnsuchtsort in der realen und virtuellen Welt verbindet, sondern auch ein Moment der Dystopie und des Verlustes. Darüber hinaus repräsentieren die ausgewählten Kunstwerke eine abwechslungsreiche Vielfalt der Herangehensweisen, Ausdrucksformen und Medien. Sie bieten Ansatzpunkte für die Besucher*innen zum Erleben, Weiterdenken und Diskutieren.
"Kunstreichgewächse" wird nach aktueller Planung vom 24.07.-17.10.2021 im Museum Ulm zu sehen sein.

Kommentare

  • Dieses Projekt ist eine der besten Ideen, seit langem, in der hiesigen Kunst- und Kulturscene.

    peter gramming, ulm
  • Endlich eine Initiative, die die eingetretenen Pfade verläßt, um Zukunft neu zu denken. Wenn wir unseren Kindern einen bewohn-baren Planeten hinterlassen wollen, müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, alte Gewohnheiten in Frage zu stellen und gemeinsam um neue Lösungen ringen. Einen besseren Ort als die Kunst gibt es dafür nicht.

    Anita Beckers
  • sehr schöne Idee!

    Florin

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