• Experiment

Digitale Objektschilder

  • Vermittlung

Sei dabei!

Viele Besucher*innen studieren Objekttexte oft intensiver als das betreffende Objekt und das Geschriebene wird als einzig mögliche Interpretation akzeptiert. Mit Hilfe von digitalen Schildern wollen wir die Autorenschaft von Ausstellungstexten hinterfragen und erweitern. Neben dem „klassischen” Objekttext könnten verschiedene Alternativen angeboten werden (Künstler*in, Aktivist*in, Philosoph*in, Schüler*in etc.). So können Besucher*innen selbst entscheiden, welcher Text angezeigt wird, bzw. welcher einem persönlich am meisten zusagt. Darüber hinaus kann ein eigener Text hinzugefügt oder andere Texte kommentiert werden, sodass ein Diskurs zum beschriebenen Objekt und dessen Rezeption entsteht. Der non-hierarchische Ansatz sollte sich auch visuell ausdrücken, durch die gleichwertige Darstellung der diversen Textversionen.

Die Ausstellungsinitiative INTER- (Projektpartner nextmuseum.io) hat hierzu einen spannenden Ansatz entwickelt: „Non-hierarchisches Arbeiten und die Vernetzung von Vielheiten charakterisieren die Arbeitsweise von INTER–. Zugunsten einer Vielzahl von Beiträgen und Perspektiven soll auch die hier in Form eines Blogs entstandene digitale Plattform mit chronologischen Ordnungsprinzipien und schnelllebigen Konsum brechen. Damit greift INTER– auf das Denksystem des Rhizoms zurück.[…] “

Das Deutsche Historische Museum erklärt in seinem Blog, wie Kunst alle erreichen kann durch inklusive Angebote wie die Texttrommel: „Kernstück des inklusiven Konzepts ist eine sechseckige, drehbare „Trommel“, die das DHM speziell entworfen hat und die auf jeder Seite eine Informationsebene bedient: Ob deutsche oder englische Texte, Texte in Leichter Sprache und Brailleschrift, Videos mit Deutscher Gebärdensprache sowie Audiotexte mit Audio-deskriptionen – die Ausstellung wird über diese sechs gleichberechtigten Vermittlungsebenen vielen Menschen zugänglich gemacht.[…]“

Foto: Visionect, AMLABEL Digital Gallery Display

Kommentare

  • Wie würde das denn praktisch funktionieren? Müsste ich als Besucher:in an jedem einzelnen Schild manuell die Textversion auswählen (z.B. „Aktivist“)? Oder könnte ich mich am Beginn der Ausstellung für ein Narrativ entscheiden, und würde dann alle Texte entsprechend ausgespielt bekommen (egal ob aufs Handy oder auf ein installiertes Schild)? Ich glaube, ersteres wäre mir offen gesagt zu „anstrengend“. Das würde ich bei den ersten zwei, drei Schildern machen… und dann ziemlich wahrscheinlich aussteigen.

    Die Möglichkeit, verschiedene Texte/Narrative nebeneinander zu stellen, finde ich aber hochinteressant! Und ich hätte die Hoffnung, dass dann auch den B- und C-Texten mehr Aufmerksamkeit und Liebe geschenkt wird – oft habe ich in Ausstellungen das Gefühl, diese könnten viel interessanter geschrieben sein.

    Ranokel
  • @Karin, eine Anwendung über das eigene Smartphone zu nutzen, hätte auf jeden Fall verschiedene Vorteile (auf indivifduelle User*in zugeschnitten, „stört“ nicht die anderen, kein Drängeln vor dem Schild, gut für Kurzsichtige 😉 …)

    Alina Fuchte
  • @Clemens, es gibt bereits Technologien für digitale Schilder – wie oben oder auch im Supermarkt um die Ecke. Für unser Experiement müsste die Technologie allerdings noch ausgebaut werden: Besucher*in soll favorisierte Textversion selbst wählen können und/oder eigene Text hinzufügen können.

    Alina Fuchte

Diskutiere mit!

Dein News-Update: Erhalte Infos zu kommenden Online-Talks, neuen Ausstellungsprojekten und diskutiere mit uns in der nextmuseum.io-Telegram-Gruppe: