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  • In dem Aufbauseminar ,,On Cu-Curation. Theorie und Praxis des Kritischen Kuratierens” an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Wintersemester 2020/2021 in Kooperation mit nextmuseum.io, ging es um das Museum und das Kuratieren in der Zukunft. Die Stundenten*innen haben die Aufgabe, sich einen Beitrag nach Wahl auf nextmuseum.io auszusuchen, und einen Text darüber zu verfassen.
    Ich habe mir zu dem kurzen Ausschnitt des Videos einige Gedanken gemacht und möchte diese gerne teilen, um auch andere dahingehend zu inspirieren, dieses Video auch aus anderen Blickwinkeln zu betrachten.
    ——–
    Ist dies die neue Rolle des Museums? Ist dies die Zukunft, Natur zu erleben? Wir sehnen uns nach ihr, aber anstatt in den nächstgelegen Wald zu fahren, gehen wir lieber in einen ,Betonklotz’ mit weißen Wänden, wobei vor einer Wand ein gigantischer Monitor steht, der ein animiertes Video von einem Wald abspielt. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Animation eines Waldes, doch ist diese zugleich so viel mehr. Sollen die Betrachter*innen mit diesem Video daran erinnert werden, wo der Ursprung des Lebens ist, wo alles den natürlichen Gesetzen folgt, oder soll es eher warnen davor, dass wir vielleicht wirklich nur noch auf einen animierten Wald zurückgreifen können, weil wir mit unserem destruktiven Verhalten alles (Natur-)Schöne zerstört haben?
    Wie negativ sich diese Betrachtung auch anhört, so muss doch die Technik dahingehend gelobt werden, dass der/die Rezipient*in öfter vergisst, dass es sich hierbei nur um eine Animation handelt, dass nichts davon in dieser Weise so existiert. Natürlich kann dieser Wald auch einfach die Vorstellung der Künstler*innen zeigen, wie ihres Erachtens ein wunderbarer und
    beeindruckender Wald auszusehen hat. Dass sich die Kunst nicht nur in einem White Cube oder am einem stark frequentierten öffentlichen Raum befinden muss. Dass die
    Kunst überall ihre Berechtigung haben sollte, selbst an einem abgeschiedenen Ort, selbst in einem Wald. Aber genau können wir es nicht sagen. Die Intention hinter diesem Video bleibt dem/der Betrachter*in polyvalent, weshalb wir gezwungen sind, uns selber eine auszudenken.
    Wenn dieses Video in voller Länge in einem Museum ausgestellt und abgespielt wird, sollten die
    Betrachtenden dann nicht dankbar dafür sein, auf eine beruhigende und meditative Weise von dem Wirrwarr und dem Unverständnis, dass sich bei einem Museumbesuch auftun kann, gelöst zu werden? Zurückbesinnen zur Natur, den Gedanken erlauben, zur Ruhe zu kommen, egal wie dies geschieht, das ist doch eine gute Sache! Der/die Besucher*in kann nach dem Video hoffen, die Kunst wieder klarer zu spüren und über sie nachzudenken. Gerade das ist doch die Voraussetzung, um Kunst zu spüren, um sie zu verstehen. Nur wer sich auf die Kunst einlassen will, kann diese verstehen und lieben lernen. Dass der Geist durch die Natur, auch wenn dies durch technische, animierte und nicht-existierende aber beruhigende und romantische Orte, wieder frei gemacht wird, kann dabei helfen, Kunst anders wahrzunehmen und zu erleben.
    Dennoch muss m.E. dieses Video, ob es das nun beachsichtigen mag oder nicht, als Apell angesehen werden. Als Apell, sich öfter der Natur hinzuwenden, sie zu entdecken und vielleicht auch zu begreifen, um danach einen klaren Kopf und einen klaren Geist zu haben um vielen Dingen im Leben, ob der Natur und anderen Menschen, respektvoll gegenüberzutreten.
    Ich möchte gar nicht die ,wahre’ Bedeutung hinter diesem Video kennen, sondern mithilfe dieses Videos dazu angeregt werden, etwas hineinzuinterpretieren.
    Man geht in ein Museum um Kunst zu erleben. Man geht in ein Museum, um etwas Neues zu sehen, dies kann durch die Animation dieses Videos auch zutreffen. Und man geht eventuell auch in ein Museum, um dem Alltag, dem Stress und der Hektik zu entkommen. Auch dies erfüllt das Video. Nun kommt es auf den/die Rezipient*in an, wie er oder sie sich dabei füllt, bzw. welchen Zweck und Sinn er/sie diesem Video zuspricht.

    Wie empfindet Ihr dieses Video? Ist es für Euch einfach ein Wald oder regt es Euch auch zu einem kritischen Reflektieren an? Lasst es mich wissen!

    T.H.

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